Startseite Schulleben Vom Kindergartenkind zum Schulkind - Elternabend zur Einschulung/ Neuregelung zum Rücktritt
Montag, 06. Februar 2012, 06:10 Uhr
 
Vom Kindergartenkind zum Schulkind - Elternabend zur Einschulung/ Neuregelung zum Rücktritt
Geschrieben von: Rudolf Hofmann   
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Die Referenten des Elternabends von links nach rechts: Herr Pfifferling (1a), Frau Haimerl (2a), Frau Schinabeck (2b)

Es ist es noch eine Weile hin, bis die zukünftigen Erstklässler im April zur Schuleinschreibung erwartet werden. Um jedoch die Kinder möglichst frühzeitig auf den Schuleintritt vorzubereiten und den Eltern Antworten auf ihre dringendsten Fragen zum Übergang vom Kindergarten zur Schule zu geben, wurde heuer der Elternabend zum Schuleintritt in der Wolfgang-Spießl-Schule auf den November vorverlegt. Damit folgte man einer Anregung des Kindergartens, dessen Personal mit der Stamsrieder Kindergartenleiterin Nina Hermann und den Erzieherinnen Christina Hauser und Daniela Liegl vom Pösinger Kindergarten dem Elternabend beiwohnte.

Rektor Rudolf Hofmann begrüßte die zahlreich erschienen Eltern herzlich, wobei sein besonderer Gruß den Referenten des abends Anna- Maria Schinabeck, Cornelia Haimerl und Dietmar Pfifferling galt.

Die Grundschullehrer gaben im Verlauf des abends wertvolle Tipps, wie die die Schulfähigkeit der Kinder gefördert werden kann, ohne sie dabei zu überfordern. Dazu informierten die Pädagogen über ihre Erwartungen die sie an die Schulanfänger haben und gaben einen Einblick in den Ablauf der Schuleinschreibung. Zunächst jedoch gab Rektor Rudolf Hofmann eine gesetzliche Neureglung zur Rücktrittsmöglichkeit der Eltern bei der Einschulung bekannt. Eltern sollen in den kommenden Jahren mehr Flexibilität bei der Einschulung von Erstklässlern erhalten. Ab dem Schuljahr 2008/09 wird Eltern der im Oktober, November und Dezember geborenen Kinder die Möglichkeit gegeben, für ihr Kind erst den nächsten Einschulungstermin wahrzunehmen. Die Eltern sollten der Schule spätestens bis zum Anmeldetermin im April eine schriftliche Erklärung zukommen lassen, dass vom der Rücktrittsmöglichkeit Gebrauch gemacht wird. Das Kind hat dann den Status „nicht schulpflichtig„, es handelt sich nicht um eine Zurückstellung Die Entscheidung, ob die Rücktrittsmöglichkeit wahrgenommen wird, soll möglichst zeitnah zum Termin der Schuleinschreibung im April getroffen werden, damit sie dem tatsächlichen Entwicklungsstandes des Kindes gerecht wird. Weitere Hinweise und Informationen zur Umsetzung dieser Regelung hält die Schulleitung bereit.

Anschließend sprach Cornelia Heimerl, die Klassenlehrerin der 2a, darüber, was die Lehrer vom künftigen Erstklässler, vor allem im Bezug auf Sozialkompetenzen, erwarten. Bei der Gesprächsführung wird darauf geachtet das in ganzen Sätzen gesprochen wird, die Kinder ihren Gesprächspartner beim reden anschauen, zuhören können und andere ausreden lassen. „ Ich weiß das Letzteres schwierig ist, den Kinder wollen erzählen, und es ist schön zu erleben, wie es manchmal richtig aus ihnen raussprudelt.", wusste Cornelia Haimerl. Fördern können Eltern ihre Kinder am besten mit der eigenen Vorbildwirkung, insbesondere auch in Bezug auf Höflichkeit. Allerdings, da sind sich alle Pädagogen einig, sollte Höflichkeit keine Sammlung von Floskeln und inhaltsleeren Handlungen sein. Denn im Kern geht es vor allem darum: Das menschliche Zusammenleben angenehmer zu machen, indem wir anständig miteinander umgehen. Idealerweise ist Höflichkeit Ausdruck von Respekt dem anderen gegenüber. Indem wir z.B. um etwas bitten/uns für etwas bedanken, zeigen wir unter anderem, dass wir die Anstrengung unseres Gegenübers würdigen. Höflichkeit ist also ein ganzes Stück weit eine innere Haltung. Genau die sollte den Kindern vermittelt werden, dann werden diese im Lauf der Zeit auch die richtigen Worte und Geste finden. Ein ABC-Schütze sollte sich zudem an einige Regeln halten können. Respekt vor den anderen Kindern, gehört genau so dazu wie das befolgen von Anweisungen und das stillsitzen und Ruhe halten. Eltern sollten um die Einhaltung von Regeln zu fördern in erster Linie konsequent sein. „ Geben sie bei Dingen die ihnen wichtig sind nicht nach, lassen sie ihr Kind die letzte Konsequenz erfahren !" forderte die Lehrerin. Unordnung stört die Kinder beim Lernen. Deshalb sollten die Schüler an ihrem Platz Ordnung halten können, runter gefallenes selbstverständlich aufheben und ihre Schultasche auf- und ausräumen können. Von den Mädchen und Buben welche die erste Klasse besuchen möchten, erwarten die Lehrer zudem eine gewisse altersgemäße Selbstständigkeit, so das sich diese unter anderem selbst anziehen können.

„Das beste Training um den genannten Anforderungen gerecht zu werden ist das Leben." resümierte Cornelia Haimerl. „ Lassen sie ihr Kind spielen, laufen, singen, malen und tanzen. Dabei werden alle Grundlagen geschaffen um viele der Sozialkompetenzen aufzubauen." Insbesondere forderte sie die Eltern auf Vorbild zu sein und ihr Kind zu stärken. Anna-Maria Schinabeck, Lehrerin der Klasse 2 b in Wetterfeld, sprach über die Stundeverteilung in der 1.Klasse und stellte kurz den Inhalt des Lehrplans der Fächer Deutsch, Mathematik , sowie Heimat- und Sachkunde (HSU) vor. Die Woche sieht in der 1.Klasse insgesamt 24 Unterrichtsstunden vor. Dabei fallen auf den grundlegenden Unterricht der Deutsch, Mathe, HSU, Kunsterziehungh und Musik beinhaltet 17 Stunden. Sportunterricht wird zweistündlich erteilt, genauso wie Werken- und Textiles gestalten. Dazu stehen zwei Stunden für individuelle Förderung zur Verfügung. In Deutsch lernen die Erstklässler zunächst die Buchstaben der Schriftsprache, Lesen, Gespräche führen und den ersten Umgang mit der Literatur. Anhand einer extra für die Eltern entwickelten Lauttabelle zeigte Frau Schinabeck eindrucksvoll, wie die Kinder lernen Anlaute zuzuordnen. Der Lehrplan in Mathematik sieht den Zahlenraum von 1 bis 20 vor, das addieren, sowie die Zeit-, Geld- und Größenangaben. Der HSU-Unterricht wendet sich vornehmlich an den Erfahrungsraum der Kinder. So wird unter anderem über das Leben in der Natur, die Familie, die Orientierung in Raum und Zeit und die Jahreszeiten gesprochen. Dietmar Pfifferling, Klassenlehrer der 1a, betonte wie wichtig der Start in die Schullaufbahn ist. Bei der Schuleinschreibung wird deshalb vor allem darauf Wert gelegt , das sich das Kind wohl fühlt und sich langsam an die Schule gewöhnt. Nach dem Empfang durch eine Lehrkraft werden die Kinder in kleinen Gruppen in ein Klassenzimmer geführt, wo mit einem lustigen Kennenlernspiel der erste Kontakt hergestellt wird. Einfache Aufgabenstellungen aus verschiedenen Themenbereichen zeigen der Lehrkraft wo eventuell noch Förderbedarf besteht.

Kathrin Kirsch-Spießl